Natürlich ist das Thema ausführlich in der Presse behandelt worden. Hier ein paar Links und Text-Auszüge. Interessant ist der Kommentarbereich bei HEISE zu dem Artikel mit über 450 Kommentaren.
Kieler Nachrichten – Weshalb die Stadt Kiel beim Online-Kirchenaustritt bleibt
Daraus: „Ein Video der Kieler Verwaltung in den sozialen Medien hat für Ärger gesorgt: Darin wurde erklärt, dass Kirchenaustritte ab sofort auch online möglich sind.“
(Hinter Paywall)
Idea („Klar Korrekt Christlich“…) – Kirchen üben Kritik an Kieler Video zum Kirchenaustritt
Daraus: „Die Kieler Stadtverwaltung hat das umstrittene Video inzwischen gelöscht.“
(hinter Paywall, Anmeldung erforderlich)
Kieler Nachrichten – Kirchenaustritt online? Sturm der Entrüstung nach Vorstoß der Stadt Kiel
Daraus „Die Stadt Kiel macht den Kirchenaustritt über das Internet möglich – und erntet einen Sturm der Entrüstung unter Protestanten und Katholiken (…)“
(hinter Paywall, Anmeldung erforderlich)
Bild – Video „Kiel wirbt mit Kirchenaustritt für Digitalisierung„
Daraus: „Die Stadtverwaltung Kiel ist endlich digital und wirbt beim Bürger, diesen Service zu nutzen. Nun ist die CDU und die katholische Kirche empört, denn der neue Service wird mit einem Beitrag zum Kirchenaustritt beworben.“
Welt – „Sehr befremdlich“ – Empörung nach Video zu Online-Kirchenaustritt in Kiel
Daraus ein Kommentar der Leiterin des katholischen Büros Schleswig-Holstein im Erzbistum Hamburg, Beate Bäumer: Ein Online-Kirchenaustritt sei in Schleswig-Holstein nämlich nicht möglich. „Das Gesetz sieht klar vor, dass der Austritt gegenüber dem Standesamt zu erklären ist“ – persönlich. Auch die Nordkirche erwartet deshalb, „dass die Stadt Kiel das beworbene Verfahren sofort einstellt“.
Spiegel – Kiel löscht Werbung für Online-Kirchenaustritt
Daraus: „Auf dem Video ist zu sehen, wie eine junge Frau in einem Standesamt darauf wartet, zu ihrem Termin aufgerufen zu werden. Denn sie möchte aus der Kirche austreten. Stattdessen erfährt sie jedoch bei einem Onlinegespräch mit einer anderen Frau, dass sie das jetzt auch ganz einfach und bis hin zur Beurkundung digital machen könne. Ihre Antwort: »Das mache ich«, sagt sie und reckt den Daumen nach oben.“
Giga – Online aus der Kirche austreten? Kiel hat Ärger mit den Religionen
Daraus: „Der Austritt aus der Kirche ist ein verwaltungstechnischer Akt wie jeder andere. Die Entscheidung dazu treffen Bürgerinnen und Bürger schließlich nicht auf dem Amt. Diese Entscheidung ist es, die persönliche Fragen berührt, die in manchen Fällen gut überlegt sein sollte, statt leichtfertig übers Knie gebrochen zu werden. Aber das geschieht eben nicht auf dem Standesamt oder im Bürgerbüro. Dort findet lediglich der Staatsakt statt, der nichts mit Religiösität zu tun haben sollte. Genau genommen darf dieser Verwaltungsakt nicht einmal etwas mit dem Glauben zu tun haben in einem säkularen Staat – oder einem, der sich dieses Ziel zumindest einmal vorgenommen hat.“
Heise – Werbung für digitale Behördengänge: Ärger für Kiel nach Clip zu Kirchenaustritt
Daraus: „Aus den Kirchen wurde demnach auch darauf hingewiesen, dass ein Kirchenaustritt in dem Bundesland gegenwärtig an eine Erklärung gegenüber dem Standesamt gebunden sei. Dafür müsse man persönlich erscheinen. Damit unterscheide sich der Vorgang auch rein rechtlich vom An- und Ummelden des Wohnsitzes oder eines Autos, also Vorgängen, die üblicherweise als Beispiele für digitale Dienstleistungen genannt werden. Die Stadt Kiel hat dem bereits widersprochen und versichert, dass das beworbene Verfahren so angelegt worden sei, dass es nicht gegen das Kirchenaustrittsgesetz verstoße. Das Innenministerium des Bundeslands hat angekündigt, sich das erklären lassen zu wollen. „
458 Kommerntare im Kommentarbereich!
Morgenpost / Mopo – Empörung nach Video zu Online-Kirchenaustritt – „sehr befremdlich“
Daraus: „Auch die Protestanten zeigten sich wenig erfreut. Ein Austritt aus der Kirche sei „kein neutraler Vorgang wie eine Ummeldung oder ein neuer Personalausweis, sondern berührt sehr persönliche Fragen von Glauben, Zugehörigkeit und Lebensgeschichte“, sagte der Landeskirchliche Beauftragte der Nordkirche beim Land, Pastor Wilko Teifke, dem Blatt. Da erwarte er mehr Sensibilität.“